Neurogenes Zittern ist etwas ganz Existenzielles. Religiöse oder spirituelle Rituale in vielen menschlichen Kulturen nutzen es in Verbindung mit Tänzen, Musik und Trommeln. Allen Säugetieren dient es als Überlebensmechanismus im Falle einer Todesgefahr.
David Berceli, der Creator der Methode, hat 2005 sein TRE® – Konzept als Selbstheilungshilfe der westlichen Welt (wieder) zugänglich gemacht. Und man kann neben Lösung von echten Traumata, mit professioneller Hilfe, auch „kleine“, alltägliche Spannungen und Stress durch Erlernen und Durchführen der Übungssequenz gut bewältigen und wieder loswerden.
„Ich fühlte mich leichter“, „Mein Bauchraum und mein ganzer Körper waren entspannter“, „Das Beste: Ich konnte die Übungen ganz leicht zuhause weitermachen und fühlte mich danach erholt und entspannt“ – diese Kommentare einer Klientin nach einmaligem Üben zeigen deutlich eine mögliche schnelle Verbesserung des Allgemeinzustandes. Die sieben Übungen können körperliche und seelische Beschwerden so weit lindern, dass sich Lebensgefühl und Lebensqualität deutlich verbessern, die Belastbarkeit erhöht wird und auch unsere Beziehungen mit anderen Menschen besser funktionieren. Es können sich Ängste, Schmerzen und depressive Stimmungen nach und nach auflösen.
Ein wirkungsvoller „Übungs-Partner“

Ein solcher ist in unserem Körper der Psoas-Muskel, in der Fachsprache Musculus Iliopsoas, ein Teil der inneren Hüftmuskulatur. Diese Muskelgruppe verläuft links und rechts der Lendenwirbelsäule über die Hüfte zum Oberschenkel. Der Psoas hat zum Beispiel Einfluss auf die Zwerchfellatmung, die Durchblutung und den Darm. Er trägt den Beinamen „Seelenmuskel“, weil er mit unseren Gefühlen in Verbindung steht. Das kann er: Sich anspannen, um zu laufen, zu fliehen oder den Körper reflexartig zusammenkrümmen, zum Schutz unseres verletzlichen Bauch- und Brustbereichs, oder bei Angst.
Viel Stress im Alltag wirkt sich oft so aus, dass der Psoas verspannt. Dies signalisiert dem Körper „Gefahr!“ und schon werden weitere Stresshormone ausgeschüttet. Ein angespannter Zustand beeinflusst auch unsere Atmung. Sie wird flacher und kürzer, man hat oft das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen. Ist die Psoas-Muskelgruppe entspannt und stark, können wir tiefer atmen. Dies lässt den inneren Organen mehr Raum und sorgt für Wohlgefühl im Körper.

Die ersten fünf der sieben Übungen des TRE® haben das Ziel, den Psoas zu sensibilisieren, und die letzten beiden Übungen sollen ihn direkt aktivieren, um das neurogene Zittern auszulösen. So einfach ginge das also…..!
Claudia Ebenhoch, Heilpraktikerin für Psychotherapie
